Intel Core-i-13000: Raptor Lake im Gerüchte-Check

Intel Core-i-13000: Raptor Lake im Gerüchte-Check

Intels 13. Core-i-Generation alias Raptor Lake soll in nicht allzu ferner Zukunft auf den Markt kommen. Während Intel bisher nur ein paar wenige Informationen bekannt gegeben hat, gibt es umso mehr Gerüchte über die kommenden Core-i-13000 Desktop-Prozessoren. Wir haben alle Infos für Sie zusammengefasst.

Noch in diesem Jahr soll die 13. Core-i-Generation von Intel-CPUs mit dem Codename Raptor Lake rund ein Jahr nach Alder Lake an den Start gehen. Hersteller Intel hat bereits bekannt gegeben, dass sich die Performance im zweistelligen Prozentbereich erhöhen soll, das Topmodell 24 Kerne mit 32 Threads bietet und die kommenden Prozessoren mit dem bestehenden Sockel 1700 kompatibel sind. Darüber hinaus gibt es unzählige Leaks rund um die Neuerungen, die Performance und bereits erste Sichtungen der Raptor Lake Prozessoren. Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.

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Wann ist der Release der Core-i-13000-CPUs alias Raptor Lake?

Erst letzten November sind die ersten Desktop-Prozessoren der 12. Core-i-Generation wie der Core i9-12900K (zum Testbericht) Codename „Alder Lake“ auf den Markt gekommen, ehe Intel die Produktpalette Anfang des Jahres mit günstigeren Modellen wie dem Core i5-12400 (zum Testbericht) deutlich erweitert hat. Wie der bekannte YouTuber Moore’s Law Is Dead berichtet, dürfte der Release des Nachfolgers in Form von Raptor Lake bereits in Kürze bevorstehen. Konkret nennt er für die Desktop-Prozessoren das dritte Quartal, die mobilen Prozessoren der 13. Generation sollen wohl im vierten Quartal nachfolgen. Das deckt sich mit den offiziellen Informationen von Intel, laut denen Raptor Lake in der zweiten Jahreshälfte erscheinen soll. Ob Intel zunächst wieder nur die übertaktbaren K-Modelle auf den Markt bringen will oder ob das gesamte Portfolio auf einmal an den Start geht, ist bisher leider noch nicht bekannt. 

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Diese Neuerungen soll Raptor Lake mit sich bringen

Wenig verwunderlich soll Intel bei Raptor Lake am Hybrid-Ansatz festhalten und diesen konsequent weiterentwickeln. Bei den „Big Cores“ soll gemäß den Gerüchten nicht länger die Golden-Cove-Architektur sondern Raptor Cove zum Einsatz kommen, eine Weiterentwicklung von Golden Cove. So berichtet zumindest der YouTuber AdoredTV oder auch Moore’s Law Is Dead . An den „Little Cores“ soll sich dagegen nichts ändern, es bleibt bei der Gracemont-Architektur. Dafür soll sich die Anzahl der Efficient-Cores von maximal acht auf bis zu 16 verdoppeln. Daraus resultieren maximal 24 Rechenkerne – acht P-Cores und 16 E-Cores – mit 32 Threads für einen möglichen Core i9-13900K. das hat Intel soweit auch schon selbst bestätigt:

Intel Raptor Lake

Wie auch bei Alder Lake soll es gemäß den Gerüchten noch weitere Kombinationen an P- und E-Cores geben. Der YouTube-Kanal AdoredTV hat das vermutete Line-Up in einer Grafik zusammengefasst:

So könnte das Line-up von Raptor Lake aussehen
Vergrößern So könnte das Line-up von Raptor Lake aussehen

Große Änderungen soll es beim Cache-System geben, denn so wie es aussieht, will Intel AMD mit den eigenen Waffen schlagen. So hat AMD schon seit längerem erkannt, dass ein großer Cache insbesondere bei Spielen einen großen Performance-Schub mit sich bringt. Bestes Beispiel ist der Ryzen 7 5800X3D (zum Testbericht) , welcher bei uns im Test dank des 64 MB großen 3D V-Caches eine bis zu 40 Prozent höhere Gaming-Performance gegenüber dem Ryzen 7 5800X erzielt. Raptor Lake soll gemäß dem Leaker Raichu  auf bis zu 36 MB geteilten L3-Cache zurückgreifen können, bei Alder Lake waren es noch 30 MB. Bedeutend größer fällt der Zuwachs beim L2-Cache aus. So ist die Rede von 2 MB pro P-Core (ehemals 1,25 MB) und 4 MB pro E-Core-Cluster (bisher 2 MB). Daraus resultieren insgesamt bis zu 68 MB Cache, wohingegen es bei Alder Lake „nur“ 44 MB sind. Beim Fertigungsverfahren soll das hauseigene Intel-7-Verfahren zum Einsatz kommen, welches Intel laut Insidern weiter optimiert hat.

Neben den ganzen Hardware-Änderungen soll Intel mit Raptor Lake „erweiterte Overclocking Features“ anbieten. Das geht aus einem Update von Intels Extreme Tuning Utility (XTU) in der Version 7.8.0 hervor. Die neue Programmversion bietet Support für Thermal Velocity Boost (TVB) Übertaktung eines einzelnen Kerns, des gesamten Packages und auch der Efficient Cores. Welche CPUs diese Funktionen unterstützen werden, ist noch nicht bekannt.

Release-Notes von Intels XTU v7.8.0

Wie viel Performance-Zuwachs verspricht Raptor Lake?

Intel selbst hat im Zuge des Investor Meeting 2022  von einem Performance-Zuwachs im „bis zu zweistelligen Bereich“ gesprochen. Etwas konkretere Werte gibt der Leaker Moore’s Law Is Dead an. So spricht er von einem Single-Thread-Zuwachs von acht bis 15 Prozent. Die Multithreading-Performance soll sich dagegen um 30 bis 40 Prozent gegenüber Alder Lake erhöhen. Das deckt sich auch mit den Angaben von Raichu . der einen Single-Thread-Score von mehr als 2300 Punkten im Geekbench 5 für möglich hält. Der Core i9-12900KS kommt im Vergleich hierzu auf rund 2050 Punkte, was einem Zuwachs von rund 12 Prozent entsprechen würde.

Ob diese Performance-Zuwächse alleine auf eine Steigerung der IPC (Instructions per Cycle) und eine Verdopplung der E-Cores zurückzuführen sind oder ob höhere Taktraten berücksichtigt wurden, bleibt fraglich. So gibt Raichu nämlich in einem weiteren Tweet an, dass die Taktraten von Raptor Lake um 200 bis 300 MHz höher ausfallen sollen als beim Core i9-12900KS. Dieser erreicht auf allen P-Cores bis zu 5,2 GHz und auf allen E-Cores bis zu 4,0 GHz. Die Boost-Taktrate liegt mit bis zu 5,5 GHz auf zwei Cores nochmal etwas höher Sollte sich dieses Gerücht bewahrheiten, könnten wir bei einem Core i9-13900K Taktraten von bis zu 5,8 GHz erwarten, was nochmal eine Ecke mehr wäre als die 5,5 GHz, welche AMD mit einem frühen Engineering Sample von Ryzen 7000 erreichen konnte. 

Ein wichtiger Faktor für das Erreichen von höheren Taktraten könnte eine optimierte Spannungsversorgung sein. So soll Intel laut Underfox  bereits vor längerem ein Patent namens „Digital Linear Regulator Clamping Method“ eingereicht haben. Gemäß dem Dokument soll ein parallel zum primären Spannungsregler implementierter digitaler linearer Spannungsregler (DLVR) die Eingangsspannung um bis zu 160 mV senken können, womit eine Reduzierung der Leistungsaufnahme von 20 bis 25 Prozent einhergeht. Aus unserer Sicht würde das jedoch zwingend ein Mainboard mit DLVR voraussetzen, was zur Folge hätte, dass für dieses Feature im Zweifelsfall zwingend ein Mainboard mit 700er-Chipsatz nötig wäre. Andererseits könnte das bedeuten, dass sich die Prozessoren der 13. Generation zwar auf den bereits bestehenden Mainboards mit Sockel 1700 und 600er-Chipsatz betreiben lassen, aber die Leistungsaufnahme höher ausfällt. Unter Umständen ist dieses Feature aber auch nur für die mobilen Raptor Lake CPUs vorgesehen.

In mehreren Tweets vom 6. Juni spricht der gut vernetzte Greymon55 davon, dass er Einblicke in die Performance der kommenden CPUs von AMD und Intel bekommen hat, wobei seine Aussagen etwas kryptisch sind. Die wichtigste Message ist, dass „die Multithreading-Performance des Dinosauriers besser ist als die des Künstlers, wobei es sich bei beiden derzeit nur um Engineering Samples handelt. Zudem ist nicht bekannt, wie hoch die TDP des Künstlers ausfällt und letztlich definiert sich Sieg oder Niederlage über die TDP und die All-Core-Taktrate.“ Mit dem Dinosaurier ist ganz klar Intels Raptor Lake gemeint, wohingegen AMD seine CPU Codenamen nach bekannten Künstlern wie Rembrandt, Picasso oder Vermeer auswählt. Die kommenden Ryzen 7000 Prozessoren hören auf den Namen Raphael. Was an dieser Aussage wirklich dran ist, lässt sich erst belegen, wenn die Produkte final erhältlich sind.

Es bleibt beim Sockel 1700

Intel hat im Zuge eines Investorentreffen bereits bestätigt, dass Raptor Lake auf den Sockel 1700 setzt und bleibt damit der Linie treu, alle zwei Generationen auf einen neuen Sockel zu setzen. Das heißt auch, dass erneut DDR5-Arbeitsspeicher und PCIe Gen 5 unterstützt wird, wobei sich die RAM-Geschwindigkeit ab Werk auf 5600 MHz erhöhen soll, bisher sind es nur 4800 MHz. Aus den bereits vorab geleakten Namen der Mainboards von Biostar in der EEC-Datenbank und ASRock via VideoCardz mit 700er-Chipsatz geht jedoch hervor, dass es nach wie vor Hauptplatinen geben wird, welche statt DDR5 auf DDR4 setzen. Wir begrüßen diesen Schritt, da der neue Arbeitsspeicher laut unserem Test nur geringfügige Performance-Vorteile mit sich bringt, aber im Einzelhandel nach wie vor nahezu das doppelte kostet.

An der TDP-Range der neuen Prozessoren soll sich indes auch nichts ändern, es bleibt je nach Modell bei 35 bis 125 Watt, wobei diese Angabe sowieso nur eine untergeordnete Rolle für die tatsächliche Leistungsaufnahme spielt. Hier wären Informationen zur Maximum Turbo Power (MTP) der Prozessoren bedeutend interessanter.

Erste Sichtungen in Benchmarks

In der Datenbank von Ashes of Singularity Esacaltion ist ein Engineering Sample von Intel mit 32 Threads aufgetaucht, bei dem es sich um den Core i9-13900K(F) handeln dürfte. Da solch frühen Samples nur zur Evaluierung für Board-Partner, Systemintegratoren oder Entwickler dienen, lief die CPU mit vergleichsweise niedrigeren Taktraten, weshalb das Ergebnis nicht aussagekräftig ist. Deutlich umfangreichere Tests sind von der Seite expreview mit einem ES1 eines Core i9-13900 auf einem ASUS ROG Maximus Z690 Extreme Motherboard durchgeführt worden. Hierbei takteten die P-Cores der CPU in einem Bereich zwischen 1,4 und 3,8 GHz, wohingegen ein Cluster an E-Cores mit 2,0 GHz lief und das andere mit 1,0 GHz. Die Taktraten deuten darauf hin, dass es sich nicht um die finalen Werte handelt, dafür fallen die ersten Performance-Werte durchaus überzeugend aus. So liegt die Multithreading-Performance im Schnitt um 25 Prozent höher als beim Core i9-12900K, welcher mit den gleichen Taktraten betrieben wurde.

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